2017 LJMM u14 Platz1Wunderbares Wetter während eines Schachturniers ? Das kann eigentlich nur purer Überfluss sein. Doch die drei Tage strahlender Sonnenschein während der Landesmannschaftsmeisterschaft U14 auf dem Wasserschloß in Heldrungen brachten Kindern und Eltern einen echten Mehrwert. Bootsfahrten in den Wassergräben, Tischtennis, Volleyball und Fußball oder einfach das Erkunden der einzigartigen Festungsanlage boten eine willkommene Abwechslung im eng gestrickten Turnierablauf. 
In der ersten Runde, gespielt am Freitag nach dem Abendbrot, endeten vier der sieben Duelle mit einem drastischen 4 : 0 , was bereits auf ein breites Leistungsspektrum im Feld der 14 Mannschaften schließen ließ. Doch bereits in der zweiten Runde am nächsten Morgen war das Maximalergebnis kein einziges Mal zu verzeichnen. Sogar dem haushoch favorisierten Quartett vom Reideburger SV ging eine Partie nach langem Kampf verloren. Im gesamten Turnierverlauf kam jedoch nur noch ein einziger weiterer Partieverlust hinzu. Insgesamt erwies sich die "Reideburg" als uneinnehmbare Bastion und verwirklichte den DWZ- Vorsprung von 400 Punkten aus der Setzliste souverän zum Landesmeistertitel von Sachsen-Anhalt. Beachtlich, dass fast alle Akteure zudem noch ihre DWZ steigern konnten. Dieses verschwenderisch mit Talenten besetzte Team sollte unser Bundesland bei der Norddeutschen Meisterschaft vorzüglich vertreten können. 
2017 LJMM u14 Platz2Die überaus willkommene Invasion von sage und schreibe gleich sechs Mannschaften der Schachzwerge Magdeburg schien mit den unvermeidlichen häufigen Vereinspaarungen einen immanenten Nachteil im Gepäck zu haben. Doch Zwergenhäuptling Jens Windelband war vollauf zufrieden, denn die Kinder kommen teilweise aus völlig unabhängigen Trainingsgruppen und kennen sich kaum, so dass die Duelle gegeneinander meist ebenso erfrischend sind, wie der Kampf mit anderen  Vereinen. Mit dem Elite-Vierer aus dem Zwergenland auf Platz zwei wurde auch hier die Setzliste zur Ergebnistabelle. Die Schachzwerge stellten mit dem achtjährigen Valentin Udelnow auch das jüngste "Erste Brett" im Turnier.

Viele potentielle Bewerber gab es um den dritten Platz, den schließlich die Zweite des USV Halle im Duell gegen die Schachfreunde Hettstedt eroberte. Die Hettstedter fielen im dichten Feld sofort auf Platz sieben zurück. Zu erwähnen ist dabei, dass sich die Delegation des USV Halle zu zwei gleichstarken Teams formiert hatte - jeweils mit ähnlichem DWZ-Schnitt, aber mit überraschend unähnlicher End-Platzierung.
Schiedsrichter Fridolin Mertens hatte mit der fröhlichen Kinderschar überhaupt keine Probleme und sogar die Trainer und Eltern zeigten vorbildliches Verhalten im Turniersaal.

An den Brettern im perfekt geeigneten Turniersaal saßen in diesem Jahr auch viele sehr junge Schachspieler, die noch mehrere Jahre in der LMM U14 dabei sein dürfen und hier tolle Erfahrungen sammelten. Dies könnte unseren Verband für die Zukunft eigentlich hoffnungsfroh stimmen. Wäre da nicht die Frage, wieso es außer den Leistungs-Kadern nur noch recht wenige Schüler gibt, die in der "originalen" Altersklasse U14 noch am Brett sitzen (und noch extremer verdünnt in den höheren AK). Wo sind sie geblieben, die vielen begeisterten Kleinen der früheren Jahre? Soll unser Verband tatsächlich  wachsen, braucht es vielleicht doch mehr qualitativ gute Spielangebote für die gesamte Breite, nicht nur ein auf die schmale Leistungspitze der Jahrgänge ausgerichtetes  Superprogramm ; sollte vielleicht das krude Denkschema "Selektionsprinzip!" nicht allzu konsequent die Jugendschachstrukturen dominieren. Vielleicht ist die "Mitgliedererhaltung" eine viel einfacher zu erschließende Ressource als die immer gern bemühte "Mitgliedergewinnung" ?

 

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Elke Rehder Schachnovelle Plakat RZ k