AGoehlerVorstellung des Buches „Reinhold Schmidts Schachgeschichten“ durch die Co-Autorin WIM Dr. Antje GöhlerDie Schachgemeinschaft Löberitz wurde am 14. Juni 1871 noch unter dem Namen „Löberitzer Schachclub“ gegründet. Die damit begründete Tradition blieb, modifiziert in den jeweils herrschenden Gesellschaftssystemen bis zum heutigen Tag erhalten.

Seit 1986 erinnert der Traditionsverein jedes Jahr am letzten Juniwochenende mit den „Löberitzer Schachtagen“ an das Ereignis dieser Vereinsgründung. Kurz: Ein Verein feiert mit Freunden seinen Geburtstag. In diesem Jahr ist es immerhin schon der 146. Gründungstag!

In Anwesenheit von Vereinspräsident Andreas Daus, LSV-Präsident Andreas Domaske, der Ortsbürgermeisterin Heidemarie Funke, der Ehrenmitglieder IM Heinz Liebert, IM Constanze Jahn, Dr. Martin Schuster, Uwe Bombien und Thomas Richter sowie der Internationalen Meisterin und Buchautorin Dr. Antje Göhler aus Berlin, eröffneten Organisationsleiter Konrad Reiß pünktlich 17.00 Uhr die 32. Löberitzer Schachtage 2017.

Der „Löberitzer Schachclub“ war 19.30 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt, als die beiden Herausgeber und Autoren WIM Dr. Antje Göhler und Konrad Reiß das zum 170. Geburtstag des Schachliteraten Reinhold Schmidt herausgegebene Buch „Reinhold Schmidts Schachgeschichten - Das Werk eines fast vergessenen Schachliteraten“ mit einer Buchlesung vorstellten. Gast war auch die MuR Brigitta Weber, Leiterin des Heimatmuseums Zörbig und in diesem Falle auch Vertreterin des Zörbiger Bürgermeisters Rolf Sonnenberger. Konrad Reiß führte in die Thematik ein und stellte die Grundidee des Buches vor, ehe Antje Göhler mit Ausführungen zu Schmidts Biographie fortsetzte. Josephine Reiß trug den gereimten Lebenslauf von Schmidt vor, bevor Antje Göhler zu einer der im Buch veröffentlichten Geschichten überleitete.Es handelte sich um das Schachgeschichtchen „In der eigenen Schlinge gefangen“, welches von Victoria Reiß vorgetragen wurde. Antje Göhler folgte mit der „Geschichte zur Geschichte“. Hier erläuterte sie Entstehung und Bedeutung der Geschichte und zeigte im Wechselspiel mit Konrad Reiß, der die Zugfolge am Demonstrationsbrett vorführte, die Lösung des Schachproblems. Auch verwies sie auf das Ursprungsproblem des Salvio.

Nachfolgend kurz zum Inhalt des Buches: Wer sich für die „gute alte Zeit“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts interessiert, für spannende Geschichten aus der Welt des Schachspiels oder vielleicht auch noch für das Lösen von Schachproblemen, der wird Freude an diesem Buch haben.

Das Buch enthält alle bekannten Geschichten des Zörbiger Schachautors Reinhold Schmidt, die erstmalig an einem Ort zusammengefasst wurden.

Es sind humorvoll angelegte Texte, die zwischen 1880 und 1889 in den unterschiedlichsten Publikationen in Deutschland, Österreich und sogar in Großbritannien veröffentlicht wurden. Sie sind immer verbunden mit einer oder mehreren Schachaufgaben. Herausgeber und Autoren der begleitenden Texte sind die Internationale Schachmeisterin und promovierte Germanistin Antje Göhler aus Berlin und der Leiter des Löberitzer Schachmuseums Konrad Reiß.
Mit zum Team gehören der während der Planungsphase leider verstorbene FIDE-Meister für Schachkompositionen Fritz Hoffmann aus Weißenfels und die Schachkünstlerin Elke Rehder aus Hamburg-Barsbüttel.
Geleitworte von den Großmeistern Dr. Helmut Pfleger aus München und Dr. Robert Hübner aus Köln bereichern die Publikation.

Das Buch enthält

  • die Schachnovelle „Der Letzte Zug“,
  • die Schachgeschichte „Geheilte Wettlust“ und deren Vorgängerversion „Eine Schach-Wette“,
  • das Schachgeschichtchen „In der eigenen Schlinge gefangen“,
  • die Schachanekdote „Wenn Sie die Sache verstehen!“,
  • die Schachhumoreske „Ein Tag aus dem Leben eines Problem-Komponisten“,
  • den Schachkalauer „Missgeschick eines Schachredakteurs“
  • und die Erzählung „Ein Spießrutenlauf“.

Zu den eigentlichen Geschichten folgen die Hommage „Eine Schach-Träumerei“ an den Generalsekretär des Deutschen Schachbundes Hermann Zwanzig, eine Buchbesprechung zu „Gustavus Selenus“, weiterhin einen Reisebericht mit dem Titel „Schachfahrt nach Ströbeck“ und die Rückbesinnung „Zur Erinnerung an Rudolf von Bilguer“ als Würdigung zu dessen 50. Todestag im Jahre 1890.

Weiterhin wird in dem Beitrag „Mit dem großen Tarrasch zum Sieg“ über eine Beratungspartie, die in die Geschichte einging, berichtet und es wird in „Der Turnierspieler Reinhold Schmidt“ die einzig überlieferte Partie vom 12. Bundeskongress des Saale-Schachbundes gegen Paul Lipke gezeigt. Alle diese Geschichten werden durch begleitende und erklärende Texte unterstützt.

Im Aufsatz „Der Schachjournalist Reinhold Schmidt“ dokumentieren einige von Schmidt für seine Heimatzeitung „Zörbiger Bote“ verfasste Zeitungsartikel das Schachgeschehen und die Schreibweise der damaligen Zeit. Enthalten sind am Ende des Buches eine Biographische Notiz, Berichte über Quellen und Fundstellen, über Stil und Zeitgeist der Schachprobleme (von Fritz Hoffmann) sowie zu Schmidts universelle Lebensleistung (von Elke Rehder), und schlussendlich ein umfangreiches Literaturverzeichnis.

Ergebnisübersicht der Löberitzer Schachtage

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