DSCI1511Am 15.Juni fand das diesjährige Finalturnier des Landesmannschaftspokals Sachsen-Anhalt (Gerhard-Büchner-Cup) statt. Ausrichter der Endrunde war der USV Volksbank Halle. Die Wettkämpfe fanden bei angenehmen sommerlichen Temperaturen im Spiel- und Trainingslokal des USV am Kreuzvorwerk statt. Es boten sich für alle Teilnehmer optimale Spielbedingungen. Es war eine der am besten besetzten Pokalendrunden seit Einführung des Wettbewerbs. Neben dem Gastgeber USV und dem SG 1871 Löberitz, die beide gerade erst aus der 2.Bundesliga abgestiegen sind, wurde das Feld durch die beiden Oberliga-Vertretungen von Aufbau Elbe Magdeburg und Sangerhausen komplettiert. Dies versprach von Anfang an eine spannende und enge Entscheidung zu werden.

Kurz vor Spielbeginn nahm Turnierleiter Nico Markus die Auslosung der Halbfinalpaarungen vor. Er wurde dabei von der neuen deutschen Meisterin in der Altersklasse u16 Josefine Heinemann unterstützt, die als "Losfee" agierte.

 

Im ersten Halbfinale trafen Löberitz und der USV Halle aufeinander. Hier konnte zunächst Heinz Liebert den USV durch einen Sieg über den neuen Landesmeister Harald Matthey in Front bringen. Dieser wurde aber postwendend durch Nicolas Niegsch, LEM-Vierter und große Nachwuchshoffnung, ausgeglichen, der Andreas Domaske bezwingen konnte. Die Vorentscheidung gab es dann am Spitzenbrett. Hier entwickelte sich eine taktisch geprägte und spannende Partie zwischen Norman Schütze und Thomas Höpfl. Ein kapitaler Schnitzer von Höpfl entschied dieses Duell letztendlich zu Gunsten des Löberitzers. Da die Gäste nun wegen der besseren Berliner Wertung uneinholbar vorne lagen, gab es am vierten Brett eine Punkteteilung zwischen Stefan Gröger und Simon Spreng.

 

Im zweiten Halbfinale zwischen Sangerhausen und Magdeburg viel die Entscheidung erst zwischen der dritten und vierten Spielstunde. Hier ging es dann aber Schlag auf Schlag. Als erster trennte sich der Sangerhäuser Mannschaftsleiter Florian Heyder von Josefine Heinemann remis. Fast zeitgleich kamen danach Christian Günther und Jakob Engelmann zu zum Teil sehr sehenswerten Siegen gegen Florian Brüggemann bzw. Vilen Rafayevich. Dadurch konnten die Rosenstädter die anschließende Niederlage von Michael Strache gegen Gordon Andre gut verschmerzen.

 

Im kleinen Finale konnte sich der USV Halle mit einem Erfolg gegen den Titelverteidiger Magdeburg den dritten Platz sichern. Dabei konnte Gordon Andre die Landeshauptstädter durch einen Endspielerfolg gegen Heinz Liebert in Front bringen. In der letzten Spielstunde konnte Halle dann aber das Match noch wenden. Sowohl Thomas Höpfl (gegen Josefine Heinemann) als auch Stefan Gröger (gegen Vilen Rafayevich) konnten ihre Materialgewinne sicher verwerten. So konnte Thomas Hentzgen in vorteilhafter Stellung problemlos Remis spielen, mit dem der Mannschaftssieg gesichert wurde.

 

Das Finale zwischen Löberitz und Sangerhausen wurde dann tatsächlich noch zu einem echten Krimi. Am ersten Brett konnte Florian Heyder seine Partie trotz immer etwas leicht schlechterer Stellung ausgeglichen halten und so trennte er sich von Norman Schütze unentschieden. Im Duell der aktuellen Nachwuchslandesmeister trafen der u18-Meister Martin Sieber und der u14-Meister Sebastian Pallas. Hier konnte sich Sebastian durch ein geschicktes Springermanöver zwei Bauern erobern. Dies ließ er sich dann nicht mehr nehmen und so brachte er Löberitz in Führung. Am vierten Brett konnte sich Georg Bürckner gegen Simon Spreng zunächst eine Mehrfigur erarbeiten, jedoch musste er sie kurze Zeit später wieder zurückgeben. Die anschließende Abwicklung endete dann in einer Punkteteilung. Nun hing alles an der Partie zwischen Dustin Richter und Harald Matthey. Hier kam es schnell zu einer Endspielabwicklung in der der Löberitzer leichte Vorteile zu haben schien. Dann jedoch begann sich die Partie langsam zu drehen. Trotz akuter Zeitnot behielt der Sangerhäuser die Nerven. Ein Freibauer auf der h-Linie zwang Matthey in die Defensive. Eine gewonnene Figur wurde dann jedoch wieder zurückgegeben. In der weiteren Abwicklung blieb ein Turmendspiel mit Mehrbauern übrig, das Dustin Richter dann nach fast fünf Stunden zum Sieg verwerten konnte. Mit dem 2-2 bei besserer Berliner Wertung von 5,5-4,5 konnte sich der SV Sangerhausen damit erstmals den Landespokal sichern.

 

Erfreulicherweise wird nach aktueller Lage der Landesschachverband im Deutschen Pokal in der kommenden Saison durch drei Teams vertreten sein. Neben dem Pokalsieger Sangerhausen und dem Finalisten Löberitz soll auch Magdeburg durch das gute Ergebnis beim diesjährigen nationalen Pokalwettbewerb einen Freiplatz erhalten.

 

Endstand

 

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