170422 dietze kleines lexikon der entwicklungsgeschichte  schachAm 17. April feierte Otto Dietze, der 1927 in Wählitz/Burgenlandkreis geboren wurde, seinen 90. Geburtstag! Das Präsidium und der HA des Landesschachverbandes sowie die Sektionsleitung des USV Halle wünschen Otto persönlich das Allerbeste und hoffen und wünschen, dass er seinen Gesundheitszustand noch lange stabil halten kann.

Otto Dietze hat sich schachpublizistisch als ausgewiesener Übersetzer vielfältiger Schachliteratur, einen Namen gemacht. Im Jahre 1949 stieg er als Lehramtsbewerber mit den Fächern Englisch, Russisch und Körpererziehung an der Zentralschule in Großkorbetha in den Schuldienst ein. Er erinnert sich: „Der Ort war eine Handballhochburg – dort trainierte ich auch ehrenamtlich mit Mannschaften; im Schach spielte man Kreisliga. Ich selbst spielte in Weißenfels in der Bezirksliga. Am 1. Brett spielte Bernhardt Haussmann, Fernschachspieler in der Meisterklasse. Er begeisterte mich für das Fernschach, das ich jahrzehntelang – mühsam die Meisterklasse erklettert – spielte – und die Goldene Ehrennadel erhielt.“

Beim 1. Fernschachspielertreffen in Stadtprozelten 1956 lernte Otto Dietze Otto Katzer kennen, den Herausgeber (und Setzer) der gediegenen Halbmonatsschrift „SCHACH-ECHO“ und durch seine Russischkenntnisse kamen sie zu einer Zusammenarbeit. Zuerst übersetzte Otto Dietze das „Damenopfer“ von Konstantinopolsky, weitere Artikel-Übersetzungen und Besprechungen folgten. Danach wandte sich Walter Korn, Verfasser von MODEN CHESS OPENING, Pitman Publiching, an Otto Dietze zur Durchsicht einer Neuauflage. Später beauftragte ihn Kurt Rattmann, der bekannte Verleger und Buchhändler, wegen einer deutschen Übersetzung – Otto Dietze wurde „Ghost-Translator“.

In enger Zusammenarbeit und unter der Regie von Dr. Ernst Bönsch wertete Otto Dietze u. a. als Mitglied des Trainerrats des DSV die internationale Schachliteratur, vor allem die russische aus. Für den Trainerrat übersetzte er schon Ende der 60er Jahre das Büchlein von Ziow, I (Moskau) „Schach – ein wichtiges Mittel zur Erziehung“, das 2008 der Leibniz Verlag, St. Goar publizierte.

Otto Dietze arbeitete auch als Übersetzer an der 30bändigen Eröffnungsreihe des Sportverlages Berlin mit. Außerdem übersetzte er eine Reihe von weiteren Schachtiteln russischer Schachmeister. Durch die Wende konnte ein von ihm verfasstes Manuskript nicht mehr erscheinen. In einer verkürzten Form erschien es unter dem Titel „Schachphänomen Morphy“, 1996, bei ROCHADE EUROPA.

Seine jahrelange Zusammenarbeit mit dem international bekannten Schachforscher Egbert Meissenburg weckte das Interesse von Otto Dietze an der Schachgeschichte. Dies brachte ihn auf die Idee, das „Kleine Lexikon Entwicklungsgeschichte Schach“ 2008 zu publizieren.

Folgende weitere Übersetzungsleistungen von Otto Dietze sind:

  • „Alte indische Schach-Sets“ von Michael Mark, Übersetzung aus dem Englischen, erschienen im August 1997 für den Förderkreis Schach-Geschichtsforschung e.V.
  • „Zur Bestimmung und Datierung einiger der ältesten Schachfiguren von Jurij F. Burjakov, Heft 1, 1994, für die Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte „ANTIKE WELT
  • Schachbuch „Schach für allgemeine Entwicklung“, Übersetzung von 2009 und wird im Leibniz Verlag, St. Goar 2010 erscheinen (siehe „ROCHADE EUROPA“, März 2010, Buchbesprechung.

Abschließend sei noch vermerkt, dass Otto Dietze nach seiner Mitgliedschaft bei Roland Weißenfels Mitglied bei Chemie Granschütz war, bevor er zu Buna Halle-Neustadt bzw. zum USV VB Halle wechselte. Dort war er bis zu seinem Umzug nach Bad Sulza bis zum 31.12.2009 treues Mitglied.

Dr. Günter Reinemann, Ehrenpräsident des Landesschachverbandes

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