Gruppenbild2018von links nach rechts: Viktoria Reiß, Rebekka Schuster, Elina Otikova, Christine Giebel, Beatrix Weise - es fehlt Dana Reizniece-OzolaRotation Pankow, der Überflieger in der 2. Frauenbundesliga 2017/18, Staffel Ost, hatte als Gastgeber zu den beiden Abschlussrunden nach Berlin-Weißensee geladen.
Neben Gastgeber Rotation Pankow traten noch der bis dahin Tabellenzweite USV TU Dresden sowie TuS Coswig und die Schachgemeinschaft 1871 Löberitz aus der sachsen-anhaltinischen Provinz zum großen Finale an.

Bei den Löberitzerinnen fehlten zwar zwei Stammspielerinnen, doch waren die Frauen um Mannschaftsführerin Rebekka Schuster guter Dinge. Dana Reizniece-Ozola hatte sich angekündigt. Und wo Dana ist, da läuft meistens alles in die richtige Richtung.

Endspurt mit Dramatik

Erster Gegner war unter den Augen des Schiedsrichters und DSB-Frauenreferenten Dan-Peter Poetke die sympathische Dresdener Vorstadtmannschaft TuS Coswig. Ziel war es, gegen die stark mit Abstiegssorgen belasteten Sächsinnen zu gewinnen, um damit den eigenen Abstieg endgültig zu bannen.

Doch schon zu Spielbeginn wurde es allen klar, so einfach wird das nicht werden ... Dana Reizniece-Ozola, hauptberuflich die Finanzministerin von Lettland, musste mit dem nächsten Flieger nach Hause. Es gab in Riga große Probleme in der Lettischen Zentralbank. Inzwischen sind die Gründe aus Presse, Funk und Fernsehen bekannt. Der lettische Zentralbankchef Ilmars Rimsevics wurde durch die Anti-Korruptionsbehörde verhaftet.Dr.Timme Reizniece OzolaDr. Karin Timme - Dana Reizniece Ozola

Bewundernswert war der schnelle Sieg von Dana gegen ihre etwas verkrampft spielende Gegnerin Dr. Karin Timme. Wegen der neuen Flugbuchung schon zwanzig Minuten später ans Brett kommend, gelang es Dana, die Partie noch vor dem Eintreffen des Taxis zu gewinnen. Da hatten wir noch einmal das Glück der Tüchtigen auf unserer Seite. Etwas Zeit blieb allerdings noch für ein Beruhigungsbier und ein Interview mit der Bild-Zeitung.

Es wurde 4:2 gewonnen. Im Parallelspiel gewann Rotation sicher gegen Dresden mit 4,5:1,5.
Der Abstieg war nun endgültig gebannt. Mit einem Sieg am Folgetag wäre unter dem Mittun anderer Mannschaften sogar noch der Vizerang möglich.

Kurioses zum Abschluss

Dank des anfangs schon erwähnten Ilmars Rimsevics fehlte Dana. Es konnten in der kurzen Zeit auch keine frischen Kräfte heran geholt werden. Dennoch war ein Sieg möglich, denn die Gegnerinnen USV TU Dresden mussten auch auf ihr Spitzenbrett verzichten. Und es sollte für die Dresdener noch schlimmer kommen. Die Spielerin vom Brett 2 hatte sich in Berlin verlaufen und schaffte es somit nicht rechtzeitig nach Weißensee zu kommen ... Gerade unsere erfolgreichste Spielerin Elina Otikova musste kampflos pausieren. Dennoch: Gewonnen ist gewonnen! Mit sieben Punkten aus sieben Partien kann sie eine makellose Bilanz vorweisen. Klasse!

Auch Rebekka Reiß gewann ihre Partie und absolvierte einen beeindruckenden Endspurt von 3 aus 3. Zwischenzeitlich verloren Viktoria Reiß und Beatrix Weise. Für Viktoria war das vergangene Spieljahr weniger erfolgreich. Doch sie stand trotz der "heißen Phase" ihres Masterstudiums immer zur Verfügung. Dafür unseren Dank.
Christine Giebel dagegen schaffte es mit viel Routine trotz eines Qualitätsmankos in den sicheren Remishafen.

Es stand 2,5:2,5. Gemäß Reglement hatte keine der beiden Mannschaften die für ein Unentschieden notwendigen 3,0 Punkte erreicht. Demzufolge hatten beide Mannschaften verloren!

Sei es, wie es sei. Am Ende kam Löberitz über den vierten Platz nicht hinaus. Etwas schlechter als im Vorjahr, aber dennoch bis zur letzten Runde mit allerlei Möglichkeiten ausgestattet.

Rotation Pankow mit unserem Ehrenmitglied WIM Constanze Jahn, die auch das letzte Spiel gegen Coswig mit 4:2 gewinnen konnten, wird in die 1. Bundesliga aufsteigen. Mit großem Vorsprung ist das auch höchst verdient. Von 42 gespielten Partien wurden nur zwei verloren! Für die Berliner Star-Truppe bringt der Aufstieg noch einmal eine große Herausforderung. Doch wenn nicht jetzt, wann dann? Wünschen wir ihnen bei der Lösung der neuen Aufgaben den notwendigen Erfolg.

Den Hauptstädtern folgen mit einer beständigen Leistung der SC Zeulenroda und überraschend Aufsteiger USV TU Dresden. Enttäuschend ist für die SG Leipzig mit Sicherheit der 5. Platz. Für mich persönlich wäre das die einzige Mannschaft gewesen, die den Berlinerinnen den Spitzenplatz hätte streitig machen können. Der Chemnitzer SC Aufbau 95, Leipzig-Lindenau und TuS Coswig blieben bei ihren Möglichkeiten, zeigten aber zwischenzeitlich immer wieder hervorragende Leistungen mit überraschenden Ergebnissen.

Für uns sollen im nächsten Jahr die von Dana in Leipzig gewählten Worte gelten: "Wir müssen die Liga gewinnen. In der letzten Saison waren wir Dritter und sind in der nächsten vielleicht die Ersten."
Das klappt natürlich nur, wenn auch alle wieder mitmachen. Auch die, die in diesem Jahr wegen der Familie, der Arbeit, der Ausbildung oder des Studiums verhindert oder in ihren Möglichkeiten eingeschränkt waren. Jeder wird gebraucht, denn eine Saison kann lang sein. Wir wissen auch nicht, wie viele Ilmars Rimsevics uns über den Weg laufen.

Konrad Reiß
SG 1871 Löberitz

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