BEM2019Julias Tobias Heinrich und Felix Schulte qualifizieren sich für LEM 2019 – Katja Hartung ist Landesmeisterin der Frauen 2019

Wenn bei einer Bezirkseinzelmeisterschaft seit mehreren Jahren das Limit von 60 Teilnehmern erreicht wird, muss das Konzept des Turniers gut sein. Lediglich in den Jahren 2016/17 und 2017/18 gab es mit 49 Teilnehmern/36 Teilnehmern einen kleinen Einschnitt. Rückverfolgbar bis 2010/2011 ging es nahezu immer an das Limit. Die Anerkennung dafür gebührt zunächst dem unvergessenen Roland Rümmler sowie Nico Markus als langjährige Turnierorganisatoren.

Der Erfolg des Konzepts besteht zunächst in der Offenheit der BEM für alle interessierten Teilnehmer sowie einem straffen Zeitplan. Lediglich ein Wochenende muss „geopfert“ werden. Beginnend ab Freitag 16:00 Uhr können bis Sonntagabend 5 Turnierpartien mit einer Fischerbedenkzeit von 90 Minuten zzgl. 30 Sekunden/Zug gespielt werden. Somit stehen für 60 Züge 120 Minuten zur Verfügung, was als Mindestbedenkzeit für eine Turnierauswertung durch die FIDE gilt. Der Reizpunkt, durch die Teilnahme eine Elo-Zahl zu erwerben oder bei Erfolg zu verbessern, ist sicherlich Motivation vieler Schachfreunde, nach Halle zu kommen.

Und sie kamen teilweise von weit her: 21 Teilnehmer waren nicht Spieler aus dem Schachbezirk Halle. Mit René Lasschuit (Niederlande), Nicola Noel (Frankreich) und Urs Egli (Schweiz) war sogar ein internationales Turnier zustande gekommen.  

Aber leider ist nicht immer alles Gute beisammen. Bei insgesamt 63 Teilnehmern mit lediglich 5 Runden Schweizer System den Besten zu ermitteln, ist immer mit etwas Glück gepaart. So kam es dann auch, dass mit Julias Tobias Heinrich (Naumburger SV) , Felix Schulte und Gedeon Hartge (USV Halle) sowie Tobias Morgenstern (Schachzwerge Magdeburg) allein vier Spieler am Ende mit 4,5 Punkten an der Tabellenspitze standen, die untereinander kaum aufeinandergetroffen waren.

Die Platzierung ergab sich aus dem Glück der Auslosung. Pech für Gedeon Hartge, der schon in der 1. Runde patzte und ein Remis gegen Jens Reckner (SF Hettstedt) zulassen musste. Da er somit bei der nächsten Auslosung in eine niedrige Punktegruppe rutschte, konnte er diesen Verlust an Buchholzpunkten nicht mehr wettmachen. Der 3. Platz ging verdient an den erst 13-jährigen Tobias Morgenstern (Schachzwerge Magdeburg), der lediglich gegen Nicolas Noel (Bayern München) remisierte. Die einzige Spitzenpaarung fand in der 5. Runde zwischen Julias Tobias Heinrich und Felix Schulte statt. Beide hatten mit 4 Punkten aus 4 Runden 100% und rangen um den Sieg. Letztendlich endete dieser Kampf Remis und Tobias Heinrich lag nach Wertung vorn, somit Platz 1. Jedoch haben beide damit die Qualifikation für die Landeseinzelmeisterschaft 2019 erreicht. Herzlichen Glückwunsch!

Was kann man ggf. noch verändern, um den Spagat zwischen der erfolgreichen Turnierform und einem sportlich gerechten Ergebnis zu ermöglichen? Die einfachste Möglichkeit wäre, vor der 1. Runde den Auslosungsmodus ‚beschleunigtes Paaren‘ zu aktivieren. Mit dieser Einstellung kann die Paarungsermittlung bei großen Turnieren mit relativ geringer Rundenzahl beschleunigt werden. Damit ist gemeint, dass der Spielstärkeunterschied für die Paarungen der ersten beiden Runden nicht zu groß wird und die „guten“ Spieler schneller gegeneinander gepaart werden. Alternativ wäre auch eine Tiebreak-Regelung denkbar, bei der die punktgleichen Vorderen noch einmal im Schnellschach oder Blitzschach gegeneinander antreten.

Innerhalb der Bezirkseinzelmeisterschaft 2019 fand auch die Offene Landeseinzelmeisterschaft der Frauen statt. Bei einem Teilnehmerfeld von 11 weiblichen Teilnehmern kämpften 5 Spielerinnen aus Sachsen-Anhalt um den Titel. Leider fiel Anastasia Voigt (USV Halle) krankheitsbedingt nach der 3. Runde aus. Immerhin war es ein Fortschritt zum letzten Jahr, als Yara Stowicek einzige Teilnehmerin und damit automatisch Landesmeisterin 2018 war. In diesem Jahr errang Katja Hartung (SV Merseburg) mit 3,5 Punkten vor Yara Stowicek (USV Halle) den Titel einer Landesmeisterin von Sachsen-Anhalt des Jahres 2019. Dritte wurde Mareike Dietrich (SV Empor Erfurt).

Im Bowlingtreff "An der Eselsmühle" in Halle fanden die Teilnehmer unter der bewährten Federführung von Turnierleiter und Schiedsrichter Nico Markus gute Spielbedingungen vor. Auch viele bekannte Schachspieler aus Halle und Umgebung fanden als Kiebitze den Weg zum Spielort. Der Präsident des Landesschachverbandes Sachsen-Anhalt, Andreas Domaske, überzeugte sich ebenfalls vom Wettkampfgeschehen und nahm zum Schluss die Ehrung der Sieger vor (siehe Foto).

Endstand

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Bericht von Nico Markus

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