Liebe Schachfreunde, sehr geehrte Vorstandsmitglieder und Spielleiter,
wir, die 1.Mannschaft des 1.SC Anhalt, möchten auf diesem öffentlichen Weg Beschwerde gegen das Endergebnis der Landesliga Staffel B führen. Beschweren möchten wir uns, weil wir uns im Endergebnis benachteiligt fühlen. Öffentlich tun wir es, weil die in unserem Schachverband auftretenden unsportlichen Ereignisse nach unserer Meinung alle etwas angehen.
Zum inhaltlichen Sachverhalt:
In unserer Landesliga Staffel B spielt auch die 2.Mannschaft des SK Dessau 93, deren 1.Mannschaft unseren Landesverband in der Oberliga Ost 2 A vertritt. Die 1.Mannschaft der Dessauer spielte an den 3 letzten Brettern der Oberliga mit einem Pool von 5+(1) „Ersatzspielern“ abwechselnd. Die an den Brettern gemeldeten Stammspieler kamen nie zum Einsatz. Durch diese Methode spielten in der 2.Mannschaft (Landesliga B) jeweils 2-3 dieser Spieler, wenn gleichzeitig Oberligatermin war. In Runden ohne Oberligatermin wurden auch alle 5 Spieler des Pools aufgestellt. Der 6.Spieler kann vernachlässigt werden, da er offensichtlich tatsächlich nur ein Ersatzspieler für die Oberliga war.
An unserem Spieltermin gegen SK Dessau 93-2 fand keine Oberliga statt, und alle 5 der betreffenden Aktiven wurden gegen uns aufgestellt! Auch wenn wir den Kampf gut gewonnen haben, kann man davon ausgehen, dass wir gegen 2 bis 3 Spieler mit Oberligaspielstärke weniger doch noch vielleicht einen halben Punkt mehr geschafft hätten!
Der zur Zeit ermittelte Staffelsieger, SV Saalespringer Halle-2, durfte gegen die 2.Mannschaft des SK Dessau 93 bei gleichzeitiger Oberligarunde antreten und hatte nur 3 der im „Ersatzspieler-Pool“ befindlichen Spieler aus der Oberliga als Gegner.
Im Endergebnis landen wir auf Platz 2 der Landesliga B mit den gleichen Mannschaftspunkten und den gleichen Brettpunkten aber mit 2,5 Punkten der Berliner Brettwertung aller Kämpfe weniger hinter den Saalespringern, welche dafür natürlich nichts können. Der Wettkampf zwischen uns und Saalespringer Halle endete mit 4:4. Wir denken, dass wir bei einem fairen Antritt des SKD 93 den notwendigen halben Punkt mehr geschafft hätten, statt nach Berliner Wertung den angestrebten Aufstieg in die Verbandsliga minimal zu verpassen.
Zum Sachverhalt nach den Regeln:
Da der oben geschilderte inhaltliche Sachverhalt bereits länger bekannt ist, wurde schon durch Beschluss der Mitgliederversammlung die Regelung 2.2.4. der Landesturnierordnung eingeführt.
Nach dieser Regelung durften die betroffenen Spieler 11 Runden in Herrenmannschaften spielen.
Beim SK Dessau 93 handelt es sich um folgende Spieler mit folgender Spielanzahl:
FM Harald Matthey / 10 Spiele, Volodymyr Ozeran /12 Spiele!, Sven Schäfer/12 Spiele!, Rainer Erler/13 Spiele!! und Dr. Iziaslav Leibovitch/12 Spiele!
Wir möchten zusätzlich anmerken, dass Reiner Erler alle 9 Runden Oberliga gespielt hat (Offensichtlich ein Stammspieler (!?), und laut Homepage des SKD ML der 1.Mannschaft !)!!
Dieser Schachfreund saß gegen uns am 5.Brett der Landesliga und hat uns den zum Aufstieg notwendigen halben Punkt abgenommen!
Wir möchten auch darauf hinweisen, dass der Verstoß gegen die mögliche Anzahl von 11 Spielen
absichtlich erfolgte, denn auf meine Nachfrage in der zentralen Endrunde der Landesliga in Calbe, antwortete mir Rainer Erler: „Wir können nächste Woche Oberliga spielen, denn dort gelten solche schwachsinnigen Regeln nicht.“
Die Bewertung einer solchen Aussage überlasse ich jedem Leser selbst.
Zur Wertung:
Natürlich können wir nicht in die Ergebnisse der Oberliga eingreifen, aber wir meinen, dass unser Landesverband seine Bemühungen um Fair Play durchaus rückwirkend durchsetzen kann!! Gelten die zu viel bestrittenen Spiele nicht für die Oberliga, so müssen sie auf die letzten von den betroffenen Spielern gespielten Runden in der Landesliga angewendet werden. Das hat Auswirkung bis hin zu zu tief eingesetzten Spielern:
TSV Elbe Aken 1863 gewinnt in Runde 9 mit 8:0 (statt 3:5) gegen den SK Dessau 93-2, da an den Bretter 1 bis 3 mit Schäfer, Ozeran und Leibovitch 3 nicht spielberechtigte Spieler aufgestellt waren und ab Brett 4 damit zu tief aufgestellt wurde.
Der 1.SC Anhalt gewinnt in Runde 8 gegen den SK Dessau 93-2 mit 6,5:1,5 (statt 5,5:2,5), weil am 5.Brett Rainer Erler nicht spielberechtigt war, und deshalb die Spieler ab Brett 6 zu tief eingesetzt waren.
Der PTSV Halle gewinnt gegen SK Dessau 93-2 in der 6.Runde mit 6,5:1,5 (statt 2,5:5,5), weil am 4.Brett Rainer Erler nicht spielberechtigt war, und deshalb ab Brett 5 alle Spieler zu tief eingesetzt waren.
Unser ordentlicher Protest, unsere Runde und unsere Punkte betreffend, ist z.H. des Landesspielleiters an die Geschäftsstelle verschickt und damit eingereicht.
Wir finden aber trotzdem, dass es hier schon auch mal in die Öffentlichkeit gehört! Es sollte schon alle etwas angehen, wie mit unserem Verband und dessen Regeln umgegangen wird. Es steht hier auf dem Prüfstand, ob sich im Schachverband Recht und Sportlichkeit durchsetzen, oder ob solche „Schachfreunde“ ans Ziel kommen, die gezielt Lücken in den Regeln suchen und sich über Sinn und Zweck der Regeln hinweg setzen und sich am Ende auch noch darüber lustig machen!?
Das sollte nicht nur Gegenstand von Schiedsentscheidungen sein, sondern vielmehr auch alle Schachsportler und erst recht den Verbandsvorstand bewegen!
In Erwartung einer hoffentlich für uns positiven Entscheidung verbleiben wir mit sportlichen und freundlichen Grüßen an alle Liebhaber des Schachsports.
Michael Oswald
ML 1.SC Anhalt-1 für die 1.Mannschaft des 1.SC Anhalt